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Das Eherecht (Allgemeines)

Das Ehegüterrecht regelt, was während der Ehe wem gehört und wie das Vermögen bei Ehescheidung oder im Todesfall aufgeteilt werden soll. Drei Möglichkeiten stehen zur Auswahl:

  • die Errungenschaftsbeteiligung
  • die Gütergemeinschaft
  • die Gütertrennung

Wird kein Ehevertrag abgeschlossen, unterstehen Eheleute den Vorschriften des ordentlichen Güterstandes der Errungenschaftsbeteiligung. In einem Ehevertrag kann ein ausserordentlicher Güterstand (d.h. Gütergemeinschaft oder Gütertrennung) vereinbart werden. In einem Ehevertrag können innerhalb klar geregelten gesetzlichen Limiten der Güterstand und persönliche Angelegenheiten individuell angepasst werden. Ein Ehevertrag kann vor der Eheschliessung oder zu jedem Zeitpunkt während der Ehe abgeschlossen oder geändert werden, vorausgesetzt ist das beiderseitige Einverständnis.
Der Ehevertrag braucht, sowohl für Ehen als auch eingetragene Partnerschaften eine öffentliche Beurkundung (Art. 184 ZGB).d.h. man muss zu einem Notar gehen. 

Die einzelnen Güterstände:

Errungenschaftsbeteiligung (ZGB Art. 196 ff)

Bei der Errungenschaftsbeteiligung haben Frau und Mann grundsätzlich getrennte Vermögen. Bei Tod oder Scheidung, d.h. wenn der Güterstand aufgelöst wird, werden jedoch die während der Ehe gemachten Ersparnisse in zwei Hälften geteilt und an Frau und Mann verteilt. Das Vermögen, welches jede Partei vor der Eheschliessung  besass, sowie Schenkungen und Erbschaften bleiben Sondergut und gehen nicht in die Errungenschaft. (Haftung für Schulden s. Geld)
 

Gütergemeinschaft (ZGB Art. 221 ff)

Die Gütergemeinschaft muss in einem Ehevertrag vereinbart werden. Es wird unterschieden zwischen dem Vermögen der Frau, dem Vermögen des Mannes und dem gemeinsamen Vermögen. Der Ehevertrag regelt im Einzelfall, was wozu gehört. Bei der Auflösung des Güterstandes wird das gemeinsame Vermögen gleichmässig verteilt.
 

Gütertrennung (ZGB Art. 247 ff)

Die Gütertrennung kann durch einen Ehevertrag begründet werden. Ausserdem kann dieser Güterstand auf Begehren einer Seite bei Gericht oder - wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen - gegen den Willen beider Eheleute in Kraft gesetzt werden. Bei der Gütertrennung gibt es kein gemeinsames Vermögen. Frau und Mann bleiben alleinige EigentümerInnen ihrer Vermögen.

Wichtige Ausnahme für binationale Paare
Als binationales Paar haben Sie die Möglichkeit, ihre Ehe dem Güterrecht des Heimatlandes des ausländischen Partners bzw. der ausländischen Partnerin zu unterstellen. Eine dementsprechende Vereinbarung muss schriftlich erfolgen.

Wenn Sie sich über die Auswirkungen der einzelnen Güterstände weiter informieren möchten, finden Sie unter www.bj.admin.ch die Broschüre "Ehe- und Erbrecht - ein Leitfaden für Braut- und Eheleute" des Eidg. Justiz- und Polizeidepartementes. In dieser Broschüre finden Sie auch Informationen zum Erbrecht.

Für weitere Informationen und eine persönliche Beratung können Sie sich jederzeit an eine der Beratungsstellen des Verbundes wenden.