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Bikulturelle Erziehung

Bei dem Wort bikulturelle Erziehung muss zunächst einmal berücksichtigt werden, dass „Erziehung“ nicht überall auf der Welt dasselbe bedeutet. In gewissen Kulturen oder Sozietäten wird nicht über Erziehung in unserem Sinne nachgedacht, sondern die Kinder wachsen geprägt durch „Vorbilder“ allmählich in die Welt der Erwachsenen hinein. Dabei wird von ihm die Einordnung in die Gemeinschaft (Familie, Clan) erwartet. Anders in der westlichen Erziehungsvorstellung, wo das Individuum zu einem selbständigen und durch das Erlernen von spezifischen Fähigkeiten zu einem nützlichen Mitglied der Gesellschaft bewusst erzogen wird. Massgeblich ist auch, ob eine Kultur individual- oder gruppenorientiert ist.
In bikulturellen wie in monokulturellen Erziehungsmodellen geht es grundsätzlich immer um die Wertevermittlung einer Gesellschaft. Diese Werte gilt es zu erkennen (die eigenen wie jeweils die des anderen Teils) um ein gemeinsames Erziehungsmodell entwickeln zu können. Dies eröffnet den Eltern die Möglichkeit, die Erziehungsvorstellungen und Sozialisations“techniken“ der eigenen Kultur wie der Gesellschaft, in der sie leben, kritisch zu reflektieren und nach Alternativen zu suchen. Dabei gilt die Gleichwertigkeit der Kulturen. Die Nuancen der Erziehungsmodelle und -vorstellungen sind so vielfältig wie die Welt.
Es gilt zu klären:
Welche Erziehungsvorstellungen haben die zukünftigen Eltern? Lassen sich die Kindheitserfahrungen der Eltern vergleichen oder unterscheiden sie sich in grundlegenden Punkten voneinander?