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Kindernachzug

Dem dualen System der schweizerischen Einwanderungspolitik entsprechend gelten auch beim Familiennachzug zwei unterschiedliche Regelungen je nach Staatsangehörigkeit der Person, welche die Kinder nachziehen möchte rsp. Aufenthaltsort der Nachzuziehenden.

Kinder von Schweizern aus Drittstatten:

Ausländische Kinder unter 18 Jahren von Schweizern und Schweizerinnen (welche nicht im Besitz der Schweizer Staatsbürgerschaft sind) haben Anspruch auf Erteilung und Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit den Eltern zusammen wohnen. Ist die Mutter oder der Vater durch Einbürgerung Schweizerin oder Schweizer geworden, so hat das ausländische Kind unter 18 Jahren lediglich Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung und wird nicht automatisch Schweizer Bürger/-in. Es besteht aber die Möglichkeit einer erleichterten Einbürgerung gemäss Art. 31a BüG.

Stiefkinder von Schweizern aus Drittstaaten:

Hat der Ausländer oder die Ausländerin Kinder aus einer früheren Beziehung (d.h. Stiefkinder des Schweizer Ehegatten) und haben diese bisher mit ihm oder ihr im Ausland gelebt, muss bei der zuständigen kantonalen Behörde ein Gesuch um Familiennachzug gestellt werden, wenn die Kinder mit ihrem Elternteil in der Schweiz leben wollen. Mit anderen Worten kann der Elternteil, der sorgeberechtigt ist (rsp. bei geteiltem Sorgerecht muss der andere Teil mit einer Mitnahme in die Schweiz einverstanden ist), das Kind in die Schweiz holen.

Kinder unter 12 Jahren müssen innert fünf Jahren nach der Einreise der Eltern rsp. des Elternteils bzw. Entstehung des Familienverhältnisses (Anerkennung, Adoption u.ä.) nachgezogen werden. Kinder, welche älter als 12 Jahre sind, müssen innert einem Jahr nachgezogen werden. Ein Familiennachzug später wird nur bewilligt, wenn „wichtige familiäre Gründe“ bestehen (z.B. Änderung der Betreuungssituation, Versterben der sorgeberechtigten Person u.ä.) Je älter das Kind ist, umso schwerwiegender müssen die Argumente sein, warum das Kind in die Schweiz kommen soll und nicht mehr zu Hause betreut werden kann. Der Wunsch nach einer guten Ausbildung z.B. reicht nicht.

Kinder und Stiefkinder von Schweizern aus EU/EFTA Staaten:

Sind die Kinder bereits in einem EU/EFTA Staat aufenthaltsberechtigt gelten die Bestimmungen des FZA (Freizügigkeitsabkommen).
Gemäss FZA können Kinder und Enkelkinder bis zum Alter von 21 Jahren nachgezogen werden (ebenso Verwandte in aufsteigender Linie, denen Unterhalt gewährt wird). Es besteht kein Zwang zum Zusammenwohnen und es gelten keine Nachzugsfristen.

Rechtsstellung der nachgezogenen Kinder

Die von Schweizern nachgezogenen Kinder unter 12 Jahren erhalten eine Niederlassungsbewilligung. Die ältern Kinder erhalten eine befristete Aufenthaltsbewilligung.
Nach fünf Jahren können sie eine Niederlassungsbewilligung beantragen, sofern die Ehegemeinschaft der Eltern noch besteht.

Besuchsrecht

Wenn die Kinder im Ausland leben, wird das Besuchsrecht je nach geographischer Distanz nur in beschränktem Masse ausgeübt werden können. Eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung muss dann gefunden werden. Können die Eltern sich nicht einigen, kann im Sinne des Kindesrechtes eine gerichtliche Verfügung erwirkt werden. Zu klären sind dann Fragen wie: Wer übernimmt die Reisekosten für die Kinder, wenn sie das Besuchsrecht wahrnehmen? Wer begleitet die Kinder auf diesen Reisen, wenn diese noch zu klein sind, um alleine zu reisen?