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Binationale Ehe und eingetragene Partnerschaft

In der Schweiz ist das Eherecht im Schweizerischen Zivilgesetzbuch (ZGB Art. 90 - 251) geregelt. Als binationales Ehepaar unterstehen Sie dem Schweizer Eherecht, wenn Sie Ihren ehelichen Wohnsitz in der Schweiz haben, auch dann, wenn Sie im Ausland geheiratet haben.

Die wichtigsten Rechte und Pflichten in der Ehe sind im Folgenden zusammengefasst:

Grundsatz (ZGB Art. 159):

Die Ehegatten sind verpflichtet, das Wohl der ehelichen Gemeinschaft zu wahren, für gemeinsame Kinder zu sorgen und sie schulden einander Treue und Beistand. Die Ehegatten sind gleichberechtigt und wägen gemeinsam persönliche Interessen gegen diejenigen der Ehegemeinschaft ab.


Eheliche Wohnung (ZGB Art. 162):

Die Ehegatten bestimmen gemeinsam die eheliche Wohnung. In gegenseitigem Einverständnis ist es auch möglich, als Ehepaar zwei Wohnsitze zu begründen.
Die eheliche Wohnung kann nur gemeinsam oder mit ausdrücklicher Zustimmung des Partners bzw. der Partnerin gekündigt werden (ZGB Art. 169).

Wichtig für binationale Ehepaare
Binationale Paare sind seit 2008 zur Begründung eines Aufenthaltrechtes im Rahmen des Familiennachzuges, wie auch zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung bis zum Erhalt einer Niederlassungsbewilligung verpflichtet, in einem Haushalt zu wohnen, sofern der ausländische Ehegatte bzw. die ausländische Ehegattin aus einem Drittstaat stammt. (Art. 42 AuG)

Dieses Erfordernis gilt dann nicht, wenn wichtige Gründe geltend gemacht werden und die Familiengemeinschaft weiter besteht (Art. 49 AuG). Wichtige Gründe können z.B. Arbeit oder Ausbildung mit Wochenaufenthalt an einem anderen Ort sein.


Familienunterhalt (ZGB Art. 163):

Die Ehegatten sorgen gemeinsam für den Unterhalt der Familie und einigen sich über die Verteilung von Erwerbs-, Familien- und Hausarbeit. Beide Partner haben im Rahmen der Möglichkeiten Anspruch auf einen frei verfügbaren Betrag im Sinne eines Taschengeldes (Geld). Diese Unterhaltspflicht gilt auch bei einer Gütertrennung.


Auskunftspflicht (ZGB Art. 170):

Die Ehegatten sind verpflichtet, einander Auskunft über Einkommen, Vermögen und Schulden zu geben. Dieses Recht kann bei Bedarf auf gerichtlichem Weg eingefordert werden, z.B. bei einem Eheschutzverfahren.


Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes (ZGB Art. 175 ff):

Ein Ehegatte ist berechtigt, den gemeinsamen Haushalt für solange aufzuheben, als seine Persönlichkeit, seine wirtschaftliche Sicherheit oder das Wohl der Familie durch das Zusammenleben ernstlich gefährdet ist, z.B. bei häuslicher Gewalt. (s. Trennung und Scheidung). Beim Eheschutzgericht kann ein Antrag auf gerichtliche Trennung gestellt werden. Dies führt aber oft zum Verlust der Aufenthaltsbewilligung.


Bürgerrecht (BüG):

Bei einer binationalen Eheschliessung behalten beide Parteien ihre Staatsangehörigkeit, (sofern eine Doppelbürgerschaft vom Heimatrecht akzeptiert ). (s. Aufenthalt)