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Sozialversicherung in der Schweiz

Das Sozialversicherungssystem der Schweiz beruht auf drei Säulen (Dreisäulenprinzip)

- die erste Säule
Sie ist obligatorisch für alle, dazu zählen AHV/IV/EO

- die zweite Säule
Sie ist obligatorisch und ist die berufliche Vorsorge für Berufstätige

- die dritte Säule
Sie ist freiwillig, dazu zählen gebundene Vorsorge 3a, freie Vorsorge 3b und privates Sparen
 

AHV / IV / EO

Alle Personen, die in der Schweiz wohnen oder arbeiten, sind in der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), der Invalidenversicherung (IV) und der Erwerbsersatzordnung (EO) obligatorisch versichert und müssen hierfür Beiträge entrichten.
Bei Erwerbstätigen werden die Prämienbeiträge je zur Hälfte durch ArbeitgeberIn und ArbeitnehmerIn bezahlt. Nichterwerbstätige müssen ebenfalls Mindestbeiträge an die AHV/IV und EO bezahlen, derzeit sind das Fr. 475.-- pro Jahr.
Es gibt eine wichtige Ausnahme: wenn der/die EhepartnerIn mindestens das doppelte, also derzeit Fr. 950.-- pro Jahr an Beiträgen entrichtet, sind nichterwerbstätige EhepartnerInnen mitversichert und müssen keine eigenen Beiträge bezahlen.
Wenn Sie nicht in der Lage sind, die AHV- Beiträge für Nichterwerbstätige zu bezahlen, so ist ihr Wohnkanton, beziehungsweise die Gemeinde verpflichtet, die Beiträge zu übernehmen (Artikel 11 Absatz 2 des Gesetzes über die AHV). Diese Bestimmung gilt für alle EinwohnerInnen, egal ob SchweizerIn, AusländerIn oder Asylsuchende/Asylsuchender.
Falls Sie schon vor der Aufnahme einer Arbeit in der Schweiz waren, zum Beispiel als Asylsuchende/Asylsuchender oder als StudentIn, empfehlen wir Ihnen, zu überprüfen, ob die AHV-Beiträge ab Einreisedatum bezahlt wurden. Noch nicht bezahlte AHV Beiträge können innerhalb von fünf Jahren nachbezahlt werden. Falls Ihnen die Nachzahlung grösserer Beiträge Schwierigkeiten bereitet, so versuchen Sie, mit der Sozialversicherungsanstalt Ratenzahlungen auszuhandeln. Für EU-Bürger/innen werden die im Ausland (EU) bezahlten Beiträge angerechnet.


Berufliche Vorsorge

Alle ArbeitnehmerInnen müssen ab dem 18. Altersjahr und einem Einkommen von derzeit 20`880.- Fr. brutto obligatorisch Beiträge an die Pensionskasse bezahlen. Von diesen Beiträgen müssen die ArbeitgeberInnen mindestens die Hälfte übernehmen. Bei einem Arbeitsplatzwechsel wird das ersparte Geld in die Vorsorgeversicherung des neuen Arbeitgebers überwiesen. Versicherungslücken entstehen, wenn eine erwerbstätige Person wegen Teilzeittätigkeit den jährlichen Mindestlohn nicht erreicht oder wenn sie infolge höheren Eintrittsalters keine volle Versicherungszeit aufweist. Die einbezahlten Beträge sind für die Altersvorsorge reserviert.
Ausnahmen: Die Auszahlung der angesparten Beiträge von ArbeitgeberIn und ArbeitnehmerIn (Kapitalauszahlung) ist lediglich bei einer definitiven Ausreise in ein Nicht-EU/EFTA Land, bei der Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit sowie für den Kauf von Wohneigentum möglich.

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